Überblick über die Methoden der Haarentfernung

Bereits im Jahr 2008 bestätigte eine Studie der Universität Leipzig den Trend zur zunehmenden Entfernung von Körperhaaren bei Mann und Frau. Sie sind also mit Ihrem Wunsch nach einem haarlosen oder weniger haarigen Körper nicht allein. Aber wie überall im Leben kann man viel verkehrt machen, Schaden nehmen und es tummeln sich schwarze Schafe im Markt. Es ist daher ratsam, sich umfassend zu informieren, bevor man sich einer Behandlung unterzieht. Es ist unser Anliegen, dass Sie sich umfassend mit der Thematik auseinander setzen.
Hier finden Sie interessantes Grundlagenwissen zum Thema Haarentfernung, dass Sie kennen sollten. Es werden die verschiedenen Methoden der Haarentfernung dargestellt und Aspekte abgewogen, die für die eine oder andere Variante sprechen.
Außerdem bekommen Sie praktisch anwendbare Entscheidungshilfen an die Hand, um die für Sie geeignete (oder auch nicht geeignete) Methode zu wählen.

Im folgenden Text haben wir die verschiedenen Methoden der Haarentfernung (Enthaarung) aufgelistet und kurz beschrieben.

  • Rasieren – Die am weitesten verbreitete der Methoden der Haarentfernung kennt jeder. Die Haare werden mittels Klinge (manuell oder elektrisch betrieben) direkt über der Hautoberfläche abgetrennt. Hält je nach Körperregion einen bis maximal zwei Tage vor. Dann stoppelt es.
  • Rubbelhandschuh – Das Haar wird gewissermaßen abgeschmirgelt. Hält nicht länger vor als rasieren und kann nicht überall (z.B. nicht im Gesicht) angewendet werden.
  • Wachs (Waxing) – Die Haarentfernung mit Wachs (Warmwachs / Kaltwachs) ist sehr verbreitet und wird kommerziell in der Regel unter dem Begriff „Waxing“ betrieben. Dabei werden Wachsstreifen (Kaltwachs für Sofortgebrauch, Warmwachs muß erst aushärten) auf dem Körper aufgebracht und danach wieder abgezogen, so daß die Haare dadurch ausgerissen werden. Idealerweise werden diese mit der Wurzel entfernt. Das klappt jedoch nicht immer. Ein Vorteil dieser Methode ist die hinterher glatte Haut, also keine Stoppeln. Nachteil: Auch hier werden die Haare nicht dauerhaft entfernt, auch wenn die Werbung Anderes suggeriert.
    ÜBERBLICK ÜBER DIE METHODEN DER ENTHAARUNG (HAARENTFERNUNG)
    ÜBERBLICK ÜBER DIE METHODEN DER ENTHAARUNG (HAARENTFERNUNG)
  • Zuckern (Sugaring, Halawa) – Funktioniert im Prinzip wie Waxing, wird jedoch mit einer anderen Masse (Mixtur auf Honig- oder Zuckerbasis) durchgeführt. Sehr alte Methode. Wurde bereits im alten Ägypten angewendet.
  • Enthaarungscremes – Es wird eine Creme (in der DDR: „Eva-Creme“ ;-)) auf das betreffende Hautareal aufgetragen und nach ungefähr 15 Minuten Einwirkzeit abgewaschen. Im Ergebnis hat man eine glatte Haut, die dadurch erreicht wird, daß die Haare aufgrund der chemischen Zusammensetzung der Creme weggeätzt werden. Der Haarfollikel wird durch diese Methode der Haarentfernung nicht zerstört und wird nach einiger Zeit wieder Haare produzieren. Vorsicht: Manche Menschen neigen bei der Anwendung von Enthaarungscremes zu allergischen Reaktionen!
  • Handpinzette – Mit einer (Hand-)Pinzette werden die Haare einzeln ausgerupft. Daß man die Wurzel mit erwischt ist nicht gesagt und deshalb kommen die Haare mitunter schnell wieder. Dieses Verfahren ist sehr aufwendig, da jedes Haar einzeln angepackt werden muß.
  • Elektrische Epilierer – Vom mechanischen Grundansatz mit der Pinzette zu vergleichen. Das System besteht aus rotierenden, gewellten Metallscheiben oder Federn, welche die Haare einklemmen und anschließend (möglichst) mit der Wurzel aus der Haut reißen. Diese Methode ist sehr unangenehm bis schmerzhaft, hält aber einige Wochen vor.
  • Durchzug (Khite) – Uralte manuelle ägyptische Methode zur Entfernung der Gesichtshaare. Noch immer ziemlich verbreitet in den Arabischen Ländern, aber in Europa kaum.
  • Bleichen – Beim Bleichen werden die Haare gar nicht entfernt, sondern nur farblich verändert, damit sie nicht mehr auffallen. Der Vollständigkeit halber haben wir diese Variante unter den Methoden der Haarentfernung gelistet.
  • Wachstumshemmer – Die Stoffe werden dem Körper über Deo, Cremes bzw. Bodylotion zugeführt und hemmen – wie der Name schon sagt – auf (künstlich) biologischem Wege das Wachstum der Haare. Die Haare wachsen fortan langsamer und werden zugleich dünner, feiner und weicher. Die Methode wird auch zur Verlängerung der Ergebnisse anderer Haarentfernungsmethoden genutzt.
  • Nadelepilation (Elektrolyse) – Dies war lange Zeit die einzige Methode, um Haare dauerhaft zu entfernen. Hier wird eine feine Nadel in jeden Haarkanal eingeführt und bis zur Wurzel vorgeschoben. Die Wachstumszellen an der Wurzel werden dann mit einem Stromimpuls zerstört. Dabei wird die Haarwurzel verätzt (Elektrolyse) und/oder verbrannt (Thermolyse). Danach wird das Haar mit einer Pinzette entfernt. Sehr mühselig für den Anwender, aber auch für ganz weiße Haare geeignet, bei denen Laser und IPL ggf. an ihre Grenzen stoßen. Für den Erfolg dieser Methode ist die Qualifikation des Anwenders von essentieller Bedeutung. Es gibt da große Qualitätsunterschiede.
  • Laser – Die Haarentfernung mit dem Laser ist unser Metier. Deshalb widmen wir ihr hier eine sehr ausführliche Beschreibung. Aus unserer Sicht die effizienteste der Methoden der Haarentfernung.
  • IPL (Intense Pulsed Light, auch Pulslicht oder Blitzlampe genannt) – Hier wird mit hochenergetischen Xenon-Blitzlampen gearbeitet, welche Licht einer bestimmten Wellenlänge aussendet und dadurch die Haarwurzel verödet. IPL-Geräte (auch Blitzlampe genannt) haben eine wesentlich geringere Leistung als Laser und sind durch das unvermeidlich breitere Lichtspektrum ohnehin auch wegen der stärkeren Absorption von Hämoglobin (roter Blutfarbstoff – Überhitzung) nicht optimal einsetzbar. Die Blitzlampe wird auch zu anderen Zwecken als der Haarentfernung eingesetzt.

Hier einige Methoden im Video (ohne Lasern):


Grenzen der Haarentfernung

Die einzelnen Methoden der Haarentfernung (s.o.) haben ihre Grenzen. Das trifft auf Methoden der temporären Haarentfernung (z. B. Rasieren, Wachsen) genauso zu wie auf die Verfahren, die zur dauerhaften Enthaarung angewendet werden (z.B. Laser, IPL).

Grenzen der temporären Haarentfernung

Die Methoden der temporären Haarentfernung haben den gravierenden Nachteil, dass sie nicht lange vorhalten (z.B. Rasieren nur ein bis zwei Tage) und bis zum Lebensende regelmäßig wiederholt werden müssen. Das ist bei den Methoden der dauerhaften (permanenten) Haarentfernung nicht so. Auch sind hier die Abstände zwischen den Behandlungen größer. Außerdem ist man, wenn man sich mit einer signifikanten Haarreduktion zufrieden gibt und nicht „jedes einzelne Haar jagt“, nach mehreren Behandlungen „fertig“.

Grenzen der dauerhaften Haarentfernung

Zu bedenken ist, daß bei der dauerhaften Haarentfernung unabhängig von der Methode

  • lediglich in der Wachstumsphase befindliche Haarfollikel durch die Behandlung zerstört werden können
  • im Laufe des Lebens Zellen Haare produzieren, die dies zuvor nicht getan haben
  • helle Haare mit weißen Wurzeln sehr schlecht oder gar nicht behandelbar sind

Die genannten Gründe führen dazu, daß selbst dann, wenn man ein bestimmtes Hautareal komplett enthaart hat, die Fläche nicht zwangsläufig das ganze Leben haarlos bleibt.